Beschützter Wohnbereich für Menschen mit Demenz

Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland befindet sich im Wandel. Die Anzahl der Älteren und Hochaltrigen wird zunehmen und damit auch die Zahl der Pflegebedürftigen, die häufig an einer demenziellen Erkrankung leiden.
Wie kommen wir zu einer guten Pflege von Menschen mit Demenz? Das ist ein Thema, dem wir uns im Ernst-Stoltenhoff-Haus stellen. Ein Leben in Würde ist auch bei Demenz möglich. Die Lebensqualität der Betroffenen hängt jedoch entscheidend von der Gestaltung des Umfeldes ab: Vom Umgang miteinander, vom Pflege- und Betreuungsverständnis, von der räumlichen Umgebung.

Was ist zu tun? Es reicht nicht aus, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Fortbildungen absolvieren zu lassen. Die Pflege von Menschen mit Demenz muss in der Einrichtungskonzeption verankert sein.
Eine bedürfnisorientierte Pflege von Menschen mit Demenz dient nicht nur der Bewohnerzufriedenheit, sie schafft auch für die Mitarbeitenden mehr Freude an der Arbeit und ist ein Beitrag zu mehr Menschlichkeit in unserer alternden Gesellschaft.

So ergaben sich für uns die Fragen: Was können die Voraussetzungen für ein „gutes Leben mit Demenz“ sein? Was sorgt für größtmögliche Lebensqualität trotz dieser schweren Erkrankung? Wie kann der „Weg des Vergessens“ würdevoll gegangen werden?

Kernpunkt unseres Konzeptes bildet die „Bedürfnisorientierte Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz“. Wir wollen familiäre Strukturen schaffen, die Vertrautheit und Geborgenheit führen. Jeder Mensch möchte, auch wenn er zur eigenständigen Haushaltsführung nicht mehr in der Lage ist, sein Leben und seinen Alltag so weit wie möglich selbst bestimmen und das weiter leben, was für ihn jahrzehntelang „Normalität“ ausmachte:

Die Realisierung dieser ganz normalen Lebenswünsche hängt sehr stark von der jeweiligen Wohn- und Betreuungssituation ab.

Aus diesem Grund wurde die 5. Etage umgebaut, da sie mit 12 Einzelzimmern und dem sich anschließenden Dachgarten ideale Voraussetzungen bot, einen „beschützten Wohnbereich“ für Menschen mit Demenz zu etablieren.
Es entstand eine Gemeinschaftsküche, eine wohnliche Sitzecke, die zum Verweilen anregt und nicht zu vergessen im Außenbereich ein Demenzgarten, der Bewegung und Anregungen zur Beschäftigung bietet.
Folgende Aspekte dieses Demenzgartens können dabei besonders hervorgehoben werden:
Vor allem Menschen mit einer beginnenden Demenz können von einem „beschützten Wohnbereich“ profitieren. Noch vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten können erhalten oder vielleicht sogar verbessert werden. Das Fortschreiten der Demenz kann verzögert werden, sodass der demente Mensch möglichst lange ein weitgehend selbstbestimmtes zufriedenes Leben führen kann, in einem Umfeld, in dem er sich wohlfühlen kann.